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Klingender Adventskalender unserer Diözese

Kennen Sie schon den klingenden Adventskalender aus der ganze Diözese Rottenburg-Stuttgart?

Hinter jedem Türchen versteckt sich ein musikalischer …

Ökumenischer Hofgottesdienst am 3. Juli

Natur erleben – Gott begegnen
Herzliche Einladung zum Ökumenischen Hofgottesdienst am 3. Juli, 10 Uhr auf den Hof …

„Adventskalender andersrum“ war ein voller Erfolg

Statt der Tradition im Advent, jeden Tag ein Türchen des Adventskalenders zu öffnen und sich über ein …

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Ökumenische Wallfahrt

Ökumenische Wallfahrt „Früchte des Lebens“
Der ökumenische Arbeitskreis der Kirchengemeinden in Künzelsau lädt herzlich zu einer Wallfahrt am …

Ökumenischer Kindergottesdienst Kupferzell

„Komm, sei dabei“
 
Ein Angebot der katholischen und evangelischen Kirchengemeinden Kupferzell
Alle 2 Wochen, sonntags um 11 Uhr (Dauer …

Predigtreihe – Geheimnis des Glaubens

Teil 1 von 4

„Geheimnis des Glaubens“. So heißt die Predigtreihe, die wir für die Fastenzeit angekündigt haben. Und nun ist zu unser aller Entsetzen in Europa ein brutaler und menschenverachtender Angriffskrieg ausgebrochen. Können wir angesichts dieser Situation eine Predigtreihe über die Eucharistie durchführen? Seit Tagen ringe ich mit dieser Frage. Was ist zu tun? Bei all dem Abwägen, was jetzt das Richtige ist, fiel mir ein Bild ein, das ich vor einigen Wochen zufällig gesehen habe.

Es handelt sich um eine alte Schwarz-Weiß-Aufnahme, die das Innere einer Kirche zeigt. Die Kirche liegt offensichtlich durch Kriegsschäden in Trümmern. Durch die völlig zerstörten Wände des Altarraums kann man eine vom Krieg gezeichnete Stadt sehen. Ich weiß nicht, woher dieses Bild stammt. Es könnte sich um eine deutsche Stadt aus dem Jahr 1945 handeln. Überall in der Kirche liegen Schutt und Trümmer. Nur noch der Altar wirkt weitgehend unbeschädigt. Auf dem Altar ein frisches, sauberes Leintuch, Blumen und brennende Kerzen. Und inmitten dieses vom Krieg gezeichneten Umfeldes drei Geistliche und zwei Ministranten, die die Heilige Messe feiern.   Das Bild hat etwas Surreales, etwas Unwirkliches oder vielleicht doch besser übersetzt: etwas Überwirkliches an sich. Was tun die da, fragt man sich als Betrachter. Aber der Glaubende versteht es sofort: Sie tun das, was Christus uns aufgetragen hat. Sie feiern das Geheimnis des Glaubens, das Geheimnis von Tod und Auferstehung.

„Geheimnis des Glaubens“, so betet der Priester beim innersten Kern der Eucharistiefeier, direkt nach den Wandlungsworten über Brot und Wein. Und die Gemeinde antwortet: „Deinen Tod o Herr verkünden wir und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit.“ Und darum geht es. Das ist unser Auftrag und unsere Hoffnung als Christinnen und Christen in dieser Welt. Ob die Zeiten nun gut oder schwer sind, ob wir Grund zur Freude oder zur Sorge haben, ob Krieg oder Friede herrscht: Wir können nicht damit aufhören, das zu verkünden, was Christus für uns und für das Heil aller Menschen getan hat und wir können nicht aufhören, Gott unseren Lobpreis zu bringen.

Im Evangelium vom ersten Fastensonntag hören wir von der Versuchung Jesu. Drei Mal wird Jesus in Versuchung geführt, um ihn letztlich von dem abzuhalten, wozu er in die Welt gesandt ist.

Da ist zum einen die Versuchung zunächst an sich selbst und den eigenen Hunger, die eigenen Bedürfnisse, zu denken. Jesus kontert: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Jesus weiß, wie wichtig das tägliche Brot für uns Menschen ist und lehrt uns, um dieses tägliche Brot zu beten und es mit den Notleidenden zu teilen. Aber das ist noch nicht alles. Leider überliefert uns der Evangelist Lukas nur einen Teil der Antwort Jesu. Beim Evangelisten Matthäus heißt es an selber Stelle: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt. Wir brauchen beides: Wir brauchen das Brot und wir brauchen Gottes stärkendes Wort, gerade jetzt, in dieser Zeit.

Dann ist da die Versuchung, Gott auf die Probe zu stellen, ihn herauszufordern, ihn zwingen zu wollen einzugreifen und ein Wunder zu bewirken. Jesus lehnt das ab. Wir dürfen uns nicht selbst leichtsinnig in Gefahr bringen und dann von Gott erwarten, dass er eingreift und uns rettet. Aber wir dürfen, ja wir müssen uns mit denen solidarisch zeigen, die unverschuldet in Not geraten und ihnen zur Seite stehen, durch unseren persönlichen Einsatz, durch Gebet und durch Werke der Liebe.

Und schließlich ist da die Versuchung, Macht über die Reiche und Länder dieser Erde zu erlangen. Es ist ein wahrhaft teuflisches Verlangen. Die Worte des Versuchers entlarven ihn selbst und alle Machtgierigen unserer Tage zugleich: „All die Macht und Herrlichkeit dieser Reiche will ich dir geben; denn sie sind mir überlassen und ich gebe sie, wem ich will. Wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest, wird dir alles gehören.“ Jesus durchschaut die List des Versuchers und bewahrt einen kühlen Kopf: „Es steht geschrieben: Vor dem Herrn, deinem Gott, sollst du dich niederwerfen und ihm allein dienen.“

Die Versuchungen unserer Tage sind groß und vielfältig, die uns davon abhalten wollen, Gottes Wege zu gehen. Und doch gibt es keinen anderen Weg für uns Christen, als den Weg, den Jesus gegangen ist. Wie er, sollen auch wir uns vor Gott niederwerfen und Gott allein die Ehre, Lobpreis und Anbetung geben. Dazu versammeln wir uns Sonntag für Sonntag. Wir verkünden den Tod des Herrn und wir preisen seine Auferstehung, bis er kommt in Herrlichkeit.

 

Pfarrer Adrian Warzecha, 6. März 2022